Wie man trotz Kälte gut aussieht

Wir klären Wintermodefragen

Berlin- Welche Schuhe kann man bei Kälte zum Anzug tragen? Wie hält man sich im Kleid warm und sieht dabei trotzdem gut aus?

Kaum fällt das Thermometer unter zehn Grad, verwandeln sich allüberall Menschen in Kreuzungen aus Eisbären (die Silhouette), Hobbits (das Schuhwerk) und Astronauten (die Handschuhe). Dazu eine Mütze mit Ohren – fertig ist das modische Ungeheuer. Gerade weil man so viele Kleidungsschichten und Accessoires auf einmal trägt, ist es so kompliziert, dieses Allerlei zu einem ansprechenden Ganzen zu vereinen.

Schuhe

Frauen lieben doch angeblich feminine Schuhe. Im Sommer mag das stimmen. Nur im Winter suchen sie sich freiwillig Modelle aus, die selbst die zierlichsten Beine zu Elefantenstampfern machen. Ugg Boots waren, sind und bleiben eigentlich verboten. Moonboots gehen nur mit knöchelhohem Schaft. Wenn man schon einen Klumpschuh wählt, dann sollte er wenigstens den Segen aller wichtigen Modeblogs haben. Eleganter sind gefütterte Wildlederstiefel mit Gummisohle. Männer dürfen natürlich, wenn sie partout in dicken Stiefeln ins Büro marschieren wollen, ihre Brogues in einer Tasche (nicht die Plastiktüte vom Supermarkt!) zur Arbeit mitbringen. Die Mühe sparen sie sich aber, wenn sie gleich gefütterte Stiefeletten anziehen. Die müssen sie nicht unter dem Schreibtisch verstecken.

Jacken und Mäntel

Jedes Jahr laufen wieder bunte Michelin-Männchen durch die Straßen. Dabei haben aufgeblasene Daunenjacken, die im schlimmsten Fall glänzen wie Satinbettwäsche, ihren Trend-Zenit seit Jahren überschritten. Das gilt für sie und ihn gleichermaßen. Eine Alternative für Frauen sind gefütterte, schmal geschnittene Parkas mit Pelzkragen oder Lammfell (ohne Verzierung sehen sie zu sehr nach Army-Shop aus). Wollmäntel sind zwar schön, bei Minusgraden aber nur in technisch aufgerüsteter Variante zu empfehlen. Männer können perfekt geschnittene Herrenmäntel mit Entendaunen-Futter, die sogar zu Maßanzügen passen tragen.

Mützen und Kopfbedeckungen

Rote Irokesen. Gestrickte Bärte. Katzen-, Hunde-, Koala-Ohren. Jede Mütze, die auch nur im Entferntesten an ein Tier oder eine Frisur erinnert, sollten Männer wie Frauen aus ihrer Wintergarderobe verbannen (es sei denn, sie gehörten zu einem erfüllten Sexualleben). Männer, die Pelzschapkas mit Ohrenklappen tragen, haben es vielleicht bislang noch nicht hören können, deshalb sei es ihnen zugebrüllt: Damit habt ihr einen Riesenkopf! Da hilft es nichts, dass alle in St. Moritz damit herumlaufen. Am vorteilhaftesten sind schlichte Strickmützen oder Filzhüte, die nicht aus dem Trachtenladen, sondern aus dem italienischen Herrengeschäft stammen. Frauen verzichten auf Ohrenschützer und Stirnbänder und wählen Bommelmützen in dezenten Farben. Und natürlich ohne Glitzersteine.

Kleider/Shorts

Korsagen über dem Skianzug – so etwas ist in Rotlichtvierteln öfter zu sehen. Und selbstverständlich nicht alltagstauglich. Doch natürlich dürfen Frauen auch im Winter Beine und Taille zeigen. Zum Beispiel mit warm haltenden Kleidern aus Bouclé oder Wolltweed. Ein kurzärmliges Etuikleid wird mit einem Rollkragenpullover drunter winterfest. Das Chiffon-Kleid vom vergangenen Sommer bildet einen sehr schönen Kontrast zu groben Strickjacken und Strumpfhosen. Im Internet wird übrigens das Thema heiß diskutiert, ob Männer auch im Winter Shorts tragen sollten.

(Männer-)Strumpfhosen

Es soll Frauen geben, die zwei billige Strumpfhosen übereinander tragen, um sich warm zu halten. Wer derart geizt und trotzdem noch friert, dem sei gesagt: Es lohnt sich, in raffiniertere Exemplare zu investieren. Es gibt zum Beispiel welche, die innen aus Baumwolle und außen aus warmer Merinowolle bestehen. Aber Achtung: Frauen, die ihre Hotpants über den Winter retten wollen, indem sie Strumpfhosen drunter tragen, wirken wie verzweifelte Kämpferinnen für den Sommer. Womit wir bei der Frage wären, ob ein Mann Shorts und/oder Strumpfhosen tragen darf. Liebe Männer, wir wollen wirklich nicht, dass ihr friert. Aber wir wünschen uns kein Comeback des Robin-Hood-Looks.

Unterwäsche

 

Berlin, 30.10.2018

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